Unsere innere Stimme

Viele Menschen glauben, sie hätten eine innere Stimme, um auf sie zu hören.

Tatsächlich sollte man hier jedoch zwischen der inneren Stimme als ständiges Geplapper,  dem inneren Dialog und der inneren Stimme (Intuition), die uns auf mögliche Gefahren oder Vorfälle hinweisen will, die vielleicht lebensrettend sein könnten, unterscheiden.

Barbara Rose bezeichnet diese zweite Stimme als die kleine innere Stimme und schreibt dazu in ihrem Buch „Wenn Gott mich hört dann will ich eine Antwort“ .

Das ist eine innere Stimme, die man mit seinen Ohren nicht als einen hörbaren Ton hört, sondern als eine gedankliche Eingebung. Sie „hören“ Worte, wie sie in Ihre Gedanken einfließen.

Die Worte sagen vielleicht Dinge wie „gehe jetzt“ oder „gehe weg“ oder „nimm heute diese Straße nach Hause anstatt die, die du sonst fährst.“

Nur, wenn die kleine innere Stimme Sie führt, wie ich es vorher schon gesagt habe, dann ist das Gott, der Sie führt.

Nehmen wir mal das Letztere als Beispiel: „Nimm heute diese Straße nach Hause anstatt die, die du sonst fährst.“ Sie hören das in Ihrem Inneren. Und dann, wenn Sie es nicht gewohnt sind, dieser kleinen inneren Stimme bedingungslos zu folgen, kommen vielleicht Zweifel auf, wie z.B. „Wo ist denn das hergekommen? Ich nehme immer die gleiche Straße nach Hause. Das war sicher nur meine Einbildung.“ Deshalb hören Sie nicht auf die kleine innere Stimme von Gott, sondern Sie folgen dem, was Ihnen Ihr Verstand oder Ihr Ego von der Persönlichkeitsebene sagt, und Sie nehmen die Straße, die Sie immer fahren. Und siehe da, drei Minuten später sind Sie in einem Verkehrsstau oder einer anderen Unbequemlichkeit auf der Straße, die Sie aufgrund Ihrer Zweifel und nach Ihrem freien Willen gewählt haben. Und dann sagen Sie sich vielleicht: „Etwas in mir hat mir gesagt, dass ich diese Straße nicht nach Hause hätte nehmen sollen und ich habe nicht zugehört. Jetzt sitze ich hier im Verkehrsstau, wo ich doch schnell nach Hause müsste, um für die Kinder das Abendessen zu kochen.“

So ist es, wenn die kleine innere Stimme von Gott zu Ihnen spricht. Die gute Nachricht ist, dass Sie niemals falsch liegen, wenn Sie sich einmal daran gewöhnt haben, Gottes Führung durch die kleine innere Stimme zu folgen! Sie werden immer und in jedem Augenblick geführt. Deshalb bitte ich Sie, Gottes kleine innere Stimme zu der Leitstimme Ihres Lebens zu machen.

Also so viel zu unserer kleinen inneren Stimme, aber was hat es mit der anderen Stimme auf sich?  Dieser innere Dialog, der meistens eher hinderlich als unterstützend ist. Oftmals läuft er ab wie ein mahnender Erwachsener:  „Warum machst du das schon wieder?“ „Du machst immer alles verkehrt“, „Du bist so ein Tollpatsch“.

Es ist unser innerer Kritiker, der sich über die Jahre hinweg vom Kindesaltes entwickelt hat, indem er die Rolle eines Elternteils übernommen hat. Aber nachdem wir jetzt selbst Erwachsene sind, ist dieser innere Kritiker mehr hinderlich als unterstützend, zumal die Triebfeder hinter einer solchen inneren Stimme eine kindliche und belehrende Absicht ist, wenn auch wohlgemeint.

Stellen Sie sich  vor, sie wollen einem Kind dabei helfen, etwas Neues zu erlernen. Wenn sie es ständig anschreien, sobald es einen Fehler macht und ihm dauernd sagen, wie unfähig es ist, wird es schnell alles Selbstvertrauen verlieren. Wenn Sie es jedoch mit ermutigender Stimme darauf hinweisen, worauf es achten sollte oder wie es etwas besser machen könnte, werden Sie ein ganz anderes Ergebnis erreichen.

Auch mit unserem inneren Kritiker sollten wir auf diese Weise verfahren und jedes Mal, wenn er versucht uns zurechtzuweisen, sollten wir die Rolle des verständnisvollen Erwachsenen übernehmen, ihm für seine Hilfe danken und sagen, dass wir die Sache schon in die Hand nehmen werden. Auf diese Weise erziehen wir unseren inneren Kritiker und verweisen ihn in seinen rechtmäßigen Platz, dem Beifahrersitz anstatt ihm den Sitz des Fahrers zu überlassen.

Achten Sie in den nächsten Tagen besonders darauf, wie Sie mit sich reden. Verändern Sie ihren Tonfall und den Inhalt der Kritik so lange, bis Sie sich besser fühlen.

 

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